deſſen Ausgang indeß bei der Uebermacht Florian's nicht lange zweifelhaft bleiben konnte. Schwerter und Hellebarden klirrten auf Helm und Harniſche, einzelne Schüſſe aus Feuerrohren krachten, auf und ab wogte der Kampf in dem nur ſpärlich von einigen Fackeln und Windlichtern erhellten Korridor. Florian, fortwährend in perſönlichem Kampfe mit Rolf, ſchonte das Leben deſſelben, und wehrte ſogar die Lanzenſtöße ſeiner eige⸗ nen Leute von ihm ab; denn er wollte nicht den Tod von Egberts, ſeines Freundes, Bruder, der ſich ja noch immer zum Beſſern bekehren konnte. Da aber krachte wieder ein Schuß vom Hintergrunde des Korridors her, und plötzlich brach Rolf zuſammen. Die auf Gerathe⸗ wohl blind abgefeuerte Kugel mußte ihn ſchwer, wenn nicht tödtlich verwundet haben.
Sofort hörte jeder weitere Kampf auf. Der Fall ihres Führers entmuthigte die Leute Rolfs, ſo daß ſie keinen Widerſtand mehr leiſteten. Sie warfen, wie früher ſchon ihre Kameraden, die Waffen von ſich und baten um Gnade, die ihnen Florian ſofort gewährte. Hierauf befahl er, den verwundeten Rolf aufzuheben und in das erſte beſte Gemach zu tragen. Rolfs Leute griffen zu, und eine Minute ſpäter lag der Stöhnende auf einem weichen Todtenbette. Ein kieiner Blutſtrom rieſelte unter ſeinem Bruſtharniſche hervor. Florian ſelbſt entledigte ihn mit möglichſter Schonung ſeiner Waffen, und es zeigte ſich nun, daß die Kugel den Bruſtharniſch durchſchlagen hatte und nahe am Herzen in die Bruſt eingedrungen war. Der Tod hatte ſchon ſeine Signa⸗ tur auf die breite, bleiche Stirn Rolfs gedrückt. Florian erkannte, daß hier keine Hoffnung mehr auf Rettung des Lebens ſei; dennoch bemühte er ſich, das der Wunde 5*
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