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Ritter und Bauer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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werde meine Seltenberger Leute zu meinem Beiſtande auffordern, und dann wollen wir ſehen, wer von uns Beiden der Stärkſte iſt!

Rolf lachte wie vorhin.Dacht' ich mir's doch, die junge Natter will ſtechen,« ſagte er.»Rufe nur deine Seltenberger. Keiner wird dich hören, ſie ſind Alle fort. Damit mir ihre Beſeitigung um ſo leichter gelänge, ſperrte ich dich auf ein paar Stunden in das Archiv ein. Wer hilft dir nun?«

Ich werde Hülfe finden, wenn ich auch noch nicht ſagen kann, wo, verſetzte ich.

So ſuche ſie!« rief mir Rolf höhniſch zu.Du kannſt gehen, Thür und Thor ſind dir geöffnet, und ich will froh ſein, wenn ich endlich dein verhaßtes Antlitz nicht mehr ſehen muß. Aber hüte dich, je wieder hier⸗ her zuruckzukehren, oder dich auf der Herrſchaft Selten⸗ berg blicken zu laſſen. Du würdeſt fuͤr immer in dem tiefſten Verließe verſchwinden.

Mit dieſen in finſterem, drohendem Tone geſproche⸗ nen Worten wies er mich nach der Thür. Ich wollte antworten, aber er litt es nicht.Fort! Fort! ſchrie er,oder ich hetze den Hund auf dich und laſſe dich von ihm in Stücke zerreißen! Fort!

Ich mußte dem Wütherich weichen, und verließ die Burg. Doch gab ich noch immer die Hoffnung nicht auf, mein Recht zu erlangen. Ich ging nach Treut⸗ lingen. Der Gerichtsamtmann dort empfing mich wohl⸗ wollend, aber mit hoffnungsloſem Achſelzucken. Rolf war mir längſt zuvorgekommen und hatte ſich gleich nach dem Tode des Grafen Treutlingen in den Beſitz der Abſchrift des für mich ſo wichtigen Dokumentes geſetzt. Daß er ſie nicht wieder herausgeben würde, ließ ſich