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Ritter und Bauer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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denken. Unverrichteter Sache verließ ich Treutlingen und wendete mich nach Seltenberg, feſt entſchloſſen zu einem Verſuche, Beſitz von der Herrſchaft zu nehmen. Ich zählte dabei auf die Anhänglichkeit der Seltenberg' ſchen Gutsleute, die mir ſtets Zuneigung und Liebe dargebracht hatten. Doch auch hier hatte mein Bruder Rolf vorgebeugt. Die Bauern und Dienſtmannen waren von der eiſernen Strenge eines von Rolf eingeſetzten Schloßverwalters unter ein unzerhrechliches Joch ge⸗ zwungen, und Niemand wagte es, mir Beiſtand zu lei⸗ ſten, oder gar mich als rechtsmäßigen Eigenthümer der Herrſchaft anzuerkennen. Nur mit Noth und Mühe entrann ich der Gefangenſchaft auf Seltenberg, denn ſchon hatte der Schloßverwalter ſeine Schergen gegen mich ausgeſandt, denen ich nur durch eiligſte Flucht in der Dunkelheit entrann. So blieb mir denn, von aller menſchlichen Hülfe verlaſſen und in's Elend getrieben, nichts weiter übrig, als irgendwo ein Unterkommen als reiſiger Knappe zu ſuchen. So fand ich Euch, Ritter Florian; Ihr nahmet Euch des armen, vertriebenen Jüͤnglings an, und jetzt beruhen alle meine Hoffnungen einzig und allein auf Eurem Schutze und Beiſtande.

»Beides ſoll dir gewährt ſein, erwiederte der Ritter nachdrücklich.Dein Bruder hat abſcheulich an dir ge⸗ handelt, aber ich werde ihn zu zwingen wiſſen, ſeine dir abgejagte Beute wieder heraus zu geben. Gewalt wider Gewalt! Mit meiner Hülfe biſt du jetzt mächtiger, als Rolf. Nur eine kurze Zeit noch Geduld, und du wirſt Herr auf deinem Eigenthum ſein.

Aber glaubt Ihr nicht, daß es gut wäre, erſt noch einmal im Guten mit Rolf zu reden?« fragte der Jun⸗ ker.»Vielleicht wenn er erfährt, daß ich mich Eures

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