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Ritter und Bauer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſchungen nach dem mir ſo werthvollen Dokumente fort. Nach ſtundenlangem Suchen war es noch nicht gefun⸗ den. Ich hatte jedes einzelne Blatt im Archive um und um gewendet, das Dokument befand ſich nicht dar⸗ unter. Es mußte an einem anderen Orte verborgen liegen, oder mein Bruder hatte es vernichtet. Zu zutrauen war ihm eine ſolche That, denn er haßte mich und trachtete nach meiner Habe.

Als ich noch ſinnend da ſaß und überlegte, was ich thun könne, um zu meinem Rechte zu gelangen, raſ⸗ ſelten wieder die eiſernen Schlöſſer und Riegel an der Thür des Archivs, und gleich nachher trat mein Bruder herein, begleitet von einem großen Wolfshunde, der mich knurrend beſchnoberte. In Rolfs Zügen prägten ſich Hohn und Schadenfreude aus..

»Nun haſt du den geſuchten Wiſch gefunden?« fragte er mich.Nein, gab ich zur Antwort, Gott allein vielleicht außer dir weiß, wo es verborgen ſein mag. Aber Gott wird nicht dulden, daß mir un⸗ recht geſchehe. Gib das Dokument heraus, Rolf, und ich will freiwillig auf alle Anſprüche verzichten, die ich, außer an mein mütterliches, auch an mein väterliches Erbe machen könnte.«

»Ein Hohnlachen Rolfs folgte meinen Worten.Un⸗ bärtiger Knabe, ſagte er,du haſt keine Rechte, außer ſolche, die ich dir freiwillig zugeſtehen möchte. Nicht eine Handbreit Landes iſt dein, wie auch kein rother Heller. Von meiner Gnade mußt du leben als Troß⸗ bube unter Troßbuben, oder du magſt als Bettler durch die Lande ziehen. Welches von Beidem willſt du?«

»Keines von Beiden, mein Recht will ich,« ſagte

ich feſt.Du wirſt es mir nicht vorenthalten, denn ich