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Ritter und Bauer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Zimmer meines Bruders. Mit höͤhniſcher Miene em⸗ pfing er mich.Dacht' ich mir's, daß du kommen würdeſt, ſagte er.Dein Beſchützer iſt todt, und du ſuchſt einen andern. Nun, wenn du fein demüthig und folgſam biſt, und mich nicht weiter mit deiner Geſell⸗ ſchaft behelligſt, ſo magſt du in Gottes Namen hier bleiben und das Gnadenbrod aus meinen Speiſen em⸗ pfangen.Ich verlange kein Gnadenbrod von dir, Bruder Rolf, gab ich ihm zur Antwort,ich ver⸗ lange nur mein Recht. Liefere mir das Erbe von mei⸗ ner Mutter aus, und ich werde dich nicht mehr mit meiner Gegenwart behelligen. Er lachte ſpöttiſch auf.Das Erbe von deiner Mutter verlangſt du?« rief er voller Hohn.Thörichter Knabe, denkſt du nicht daran, daß ich der ältere Sohn menes Vaters bin, und daß auf mich allein ſeine ganze Hinterlaſſenſchaft über⸗ gegangen iſt? Ich allein bin der Erbe von Hoheneck und Seltenberg, und wenn ich dir das Gnadenbrod zu eſſen gebe, ſo magſt du Gott und mir für meine Milde danken.«

»Du lügſt, Rolf, entgegnete ich entrüſtet.Selten⸗ berg gehört mir nach gut verbrieftem und verſiegeltem Recht.

»Und wo ſind die Briefe? Wo ſind die Siegel? Zeige ſie vor! ſagte er.Wo haſt du ſie?«

Ich habe ſie nicht, gab ich zur Antwort,aber ich weiß, daß das Dokument hier im Archiv niedergelegt iſt, und daß der Graf Treutlingen, meiner Mutter Oheim, eine Abſchrift davon empfangen hat.«

Wohl, ſo geh' in's Archiv und ſuche das Doku⸗ ment,« erwiederte er mit einem Lächeln voller Hohn.