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unter meinem Schutze, bis er mundig geworden iſt, und dann wohl ſein gutes Recht von Euch fordern wird. Ihr ſeid ſein natürlicher Vormund,— da Ihr aber nicht ſein Beſchützer ſein wollt, ſo muß ſchon ein An⸗ derer als Solcher eintreten! Thut nun, was Euch gut dünkt.“— Mein Bruder, ohne zu antworten, drehte dem alten Chriſtoph den Rücken zu und kehrte in die Burg zurück. Mich aber nahm der alte Chriſtoph mit in ſeine Wohnung, wies mir zwei Zimmer neben den ſeinigen an, und da lebten wir ganz ruhig und unge⸗ ſtört in einem Nebengebäude der Burg. Rolf kuͤmmerte ſich nicht mehr um mich; er ſchien mich gänzlich ver⸗ geſſen zu haben. Wenn wir uns zufällig auf dem Burg⸗ hofe oder ſonſtwo trafen, ſo wandte er ſeine Augen von mir ab, wie von dem gleichgültigſten Gegenſtande in der Welt. Der gute alte Chriſtoph aber unterrichtete mich und ſorgte für mich, wie ein Vater. Er lehrte mich reiten, ſchießen und die Waffen handhaben als der beſte Waffenmeiſter, und unterwies mich fleißig in allen rit⸗ terlichen Dingen. So lebte ich froh und ſorglos, bis vor drei Monaten mein alter treuer Chriſtoph ganz plötzlich vom Tode hinweg gerafft wurde. Am Abend hatte er ſich munter und geſund, wie immer, zur Ruhe begeben,— am andern Morgen fand ich ihn kalt und leblos in ſeinem Bette.“
„Das war ein harter Schlag fuͤr mich, Ritter Flo⸗ rian. Aber ich war nun kein Knabe mehr, ich fühlte die Kraft in mir, meinem unnatürlichen Bruder entgegen treten und von ihm mein Eigenthum fordern zu können. Und dies that ich, ſobald die Leiche des guten alten Chriſtoph in die Gruft verſenkt worden war. Von ſeinem Grabe ging ich in die Burg, und trat in das


