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Ritter und Bauer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Geſtalt. Er duldete mich nicht mehr in den Wohnzim⸗ mern der väterlichen Burg, ſondern jagte mich mit Scheltworten hinaus, und drohte mir mit Peitſchenhie⸗ ben, wenn ich mich jemals wieder darin blicken ließe. Was konnte ich thun gegen die Gewalt? Er war ein ſtarker Mann, ich ein ſchwacher hülf⸗ und ſchutzloſer Knabe. Verwandte von mütterlicher Seite lebten nicht mehr, und die väterliche Sippſchaft ſcheuchte Rolf mit rauhem Wort und Benehmen von ſich, ſo daß Niemand ſich um mich kümmerte, als der gute alte Chriſtoph, meiner ſeligen Mutter Diener. Als mich Rolf aus dem Zimmer gejagt hatte, fand er mich weinend im Burg⸗ garten, weinend und rathlos, denn ich wußte nicht, was ich thun ſollte. Er redete mich an und fragte, was denn geſchehen ſei? Ich erzählte es ihm unter Schluchzen und Wehklagen.

Der Unmenſch!« rief er aus.Er mißbraucht ſchändlich ſeine Gewalt über dich. Aber nur Geduld, die Zeit wird kommen, wo du mächtiger ſein wirſt, als er, und ſelber dein Recht fordern und nehmen kannſt, denn du biſt der rechtmäßige Beſitzer der ſchönen und reichen Herrſchaft Seltenberg in Franken, nicht Rolf, und außerdem haſt du noch gegründeten Anſpruch an die Hälfte der hinterlaſſenen Beſitzungen deines in Gott ruhenden Vaters. Ich glaub' es gern, daß du dem Rolf ein Dorn im Auge biſt, aber dennoch wird er nicht wagen, ernſtlich Hand an dich zu legen, wenig⸗ ſtens ſo lange ich lebe. Du ſtehſt von jetzt an unter meinem Schutze, und wehe deinem unbrüderlichen Bru⸗ der, wenn er in feindlicher Abſicht ein Haar auf deinem Haupte zu krummen wagt.

»Der Zuſpruch des braven alten Chriſtoph gab mir 2*