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Ritter und Bauer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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einen Antheil an der väterlichen Erbſchaft zurück, und will ſelbſt nicht einmal die Guter meiner Mutter an mich ausliefern, auf die er doch nicht die geringſten An⸗ ſprüche beſitzt.

Das iſt, ſo wie ich die Sachen kenne, im hoͤchſten Grade unredlich gegen dich gehandelt, verſetzte Florian. Aber ich bin eigentlich noch nicht völlig eingeweiht in deine Verhältniſſe. Als du in mein Fähnlein Lanzknechte eintrateſt und ich dich in meine Nähe zog, ſprachſt du nichts darüber, und erſt vor wenigen Tagen erzählteſt du mir mit kurzen Worten nur, daß du mit deinem Bruder Rolf in Streit wegen hinterlaſſenen Erbes lägeſt. Näheres erfuhr ich nicht.

Mögt Ihr denn Alles hören, mein edler, väter⸗ licher Freund, erwiederte Egbert mit Wärme.Es iſt eigentlich mit wenigen Worten geſagt. Mein Vater war zweimal vermählt. Das erſte Mal mit einer Freiin von Hammerſtein, welche ihm einen Sohn, Rolf, ſchenkte, und fünf Jahre nach der Geburt des Knaben ſtarb. Mein

Vater, ich weiß es aus ſeinem eigenen Munde,

fühlte ſich nach ihrem Tode ſehr verlaſſen auf der ein⸗ ſamen Burg Hoheneck, und ſuchte deshalb einen Erſatz für die verlorene Gattin. Auf einer Feſtlichkeit bei dem Grafen Hohenlohe lernte er ein Fräulein von Selten⸗

berg kennen, und ihre Schönheit, ſowie ihr ſittſames

und tugendhaftes Weſen nahmen ihn ſehr für ſie ein. Er bewarb ſich um ihre Gunſt, und, da er noch immer ein ſchöner, ſtattlicher Herr war, tootz ſeiner vierzig Jahre, ſo wurde es ihm nicht ſchwer, Herz und Hand des Fräuleins zu gewinnen. Adelheid von Seltenberg war eine Waiſe, aber nicht unbegütert. Die ſchöne Herrſchaft in Franken, die ihren Namen trägt, gehörte Ritter und Bauer. B 4* 2 1