meln und einnehmen, davon einem Pfarrer, der von einer ganzen Gemeine gewählt iſt, ſeinen ziemlichen ge⸗ nüglichen Unterhalt geben, ihm und den Seinen, nach Erkenntniß einer ganzen Gemeine, und was überbleibt, ſoll man armen Dürftigen, ſo in demſelben Dorf vor⸗ handen ſind, mittheilen, nach Geſtalt der Sache und Erkenntniß einer Gemeine. Ob Geiſtlichen oder Welt⸗ lichen, den kleinen Zehent wollen wir gar nicht geben. Denn Gott der Herr hat das Vieh frei dem Menſchen erſchaffen.(1. Moſe 1.).
„Dritter Artikel. Zum Dritten iſt der Brauch bisher geweſen, daß man uns für Eigenleute gehalten hat, welches zum Erbarmen iſt, angeſehen, daß uns Chriſtus Alle mit ſeinem koſtbaren, vergoſſenen Blut erlöſt und erkauft hat(Jeſaj. 53. Petr. 1. 1. Korinth. 7. Römer 13.), den niederen Hirten eben ſo wohl, als den Aller⸗Höchſten, keinen ausgenommen. Darum er⸗ findet ſich in der Schrift, daß wir frei ſind, und wir wollen frei ſein.(Weish. 6. 1. Petr. 2.). Nicht, daß wir gar frei ſein, keine Obrigkeit haben wollen; das lehrt uns Gott nicht. Wir ſollen in Geboten leben, nicht in freiem fleiſchlichem Muthwillen(5. Moſ. 6. Matth. 4.), ſondern Gott lieben als unſeren Herrn, in unſeren Nächſten ihn erkennen, und alles das ihnen thun, was wir auch gern hätten, wie uns Gott am Nacht⸗ mahl geboten hat zu einer Letze.(Luk. 4. 6. Matth. 5. Joh. 13.). Darum ſollen wir nach ſeinem Gebot leben. Dieſes Gebot zeigt und weist uns nicht an, daß wir der Obrigkeit nicht gehorſam ſeien. Nicht allein vor der Obrigkeit, ſondern vor Jedermann ſollen wir uns demüthigen.(Röm. 13.) Wie wir auch gerne unſrer erwählten und geſetzten Obrigkeit, ſo uns von Gott


