5
2 ϑ
»Ach, Herr, das habt Ihr vom Jäcklein,“ erwie⸗ derte der Bauer.„Schon lange ſingt er uns ein feines Liedchen von Befreiung der Leibeigenſchaft und von an⸗ deren Freiheiten in die Ohren. Aber ich kann ihm nicht Glauben ſchenken, ob er gleich ein geſcheiter Kopf iſt, und ein trutziger, verwegener Geſell, der keinen Reſpect, nicht vor Pfaff und nicht vor Edelmann kennt. Ja, ja, ſelbſt von Obrigkeit und Gericht läßt er ſich nichts bie⸗ ten und gefallen, hat er doch noch erſt vor ein paar Jahren die Keckheit gehabt, an Schultheiß und Gemeinde von Dürrenzimmern auf eigene Hand einen Fehdebrief zu ſchicken, und man hat ihm trotzdem nichts anhaben können. Ja, ja, er iſt ein verwegener Geſell, und ich glaube ſchon, was man von ihm munkelt von wegen des Schultheißen von Böckingen, dem adeligen Herrn Jakob von Oberhauſen.“
»Was munkelt man?“ fragte der Junker.„Sprecht frei heraus, Mann, ich bin der Bauern Freund, nicht ihr Feind.“
„St! Man darf nicht laut davon reden,“ verſetzte der Bauer, und warf einen vorſichtigen, mißtrauiſch for⸗ ſchenden Blick herum.„Der Jäcklein will nicht gern daran erinnert ſein, aber,“— fügte er flüſternd hinzu, —„wahr iſt's doch, daß er den Schultheißen, der ihm feind war, mit eigener Hand erſtochen hat. Beweiſen hat's Keiner können, dazu hat's der Jäcklein zu fein angeſponnen, aber es weiß trotzdem doch Jedermann, daß kein Anderer, als er, die That begangen hat.“
»Hm, da iſt's in Wahrheit viel, daß er nicht hinter Schloß und Riegel ſitzt, ſondern frank und frei umher⸗ gehen darf,“ meinte der Junker. »Ja, das macht, weil ſich die Richt


