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theilen, der allerdings wider uns ſpricht. Aber heute iſt Sonntag! Ein Mal in der Woche muß es ja wohl erlaubt ſein, auf ein paar Stunden Elend, Noth und Sorge zu vergeſſen. An Wochentagen kommt kein Tro⸗ pfen Wein über unſere Lippen, und kein Stückchen Fleiſch auf den Tiſch. Wein, Braten und Fiſch gehört den Herren, den adeligen und den geiſtlichen, und wir armen Bauern müſſen uns ſchinden und plagen für ſie. Fragt nur den Wirth hier im Hauſe, den Jakob Rohr⸗ bach oder Jäcklein, wie wir Bauern ihn kurzweg nennen, der hat ein flinkes Mundwerk und kann Euch erzählen und beweiſen, wie kreuzübel der arme Bauer hier zu Lande geſtellt iſt. Frohnden und Abgaben muß er lei⸗ ſten, daß ihm kaum mehr als das nackte Leben übrig bleibt. Fragt ihn nur, Herr, und Ihr werdet richtigen Beſcheid bekommen, und dann gewiß Mitleiden mit uns fühlen, und keinen Stein auf uns werfen, daß
wir uns Sonntags einmal ein Schöpplein Wein ver⸗
gönnen.“ »„Das ſei ferne von mir, euch deshalb zu tadeln,«
verrſetzte der freundliche Jüngling.„Ich weiß es wohl,
daß euch armen Böckingern ein ſchweres Loos beſchieden iſt. Leibeigene ſeid ihr doch?«
„Ja wohl, Alle, wie wir da ſind,“ lautete die Ant⸗ wort.„Welche von uns gehören dem benachbarten Adel, welche der Reichsſtadt Heilbronn, und die Meiſten den Herren vom Deutſchorden, dieſem Mitteldinge von Pfaf⸗ fen und Rittern, in hieſiger Gegend reich begütert.“
Der Junker nickte.„Dacht' es mir wohl,“ ſagte
er.„Aber nur Geduld, es werden für euch andere und beſſere Zeiten kommen, und vielleicht ſind ſie ſchon näher,


