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Ohnmacht des Reichthums : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Jonathan wurde bald nach ſeiner Ankunft ernſtlich krank, und ſchwebte mehrmals am Rande des Grabes, aber die liebevolle Pflege ſeiner Verwandten, und ſeine im Grunde doch kräftige Natur erhielten ihn endlich dennoch dem Leben. Als der neue Frühling wieder grünte und blühete, feierte man das Feſt der Geneſung im duftigen Garten, und ſtrahlenden Blickes betrachtete Jonathan den Kreis der Theuren, die ihm ihre Glück⸗ wuͤnſche zur wiederhergeſtellten Geſundheit darbrachten.

„Ich danke euch, danke euch von ganzem Herzen,“ ſagte er mit tiefem Gefühl.„Ich habe weit mehr ge⸗ wonnen durch euch, als nur einen geſunden Leib, denn auch meine Seele iſt geſund geworden durch eure Liebe und Treue, und das iſt mehr, als mein ganzes Leben euch lohnen kann! Ich bitte euch, laßt mich nun auch noch eine Weile in eurer Mitte leben und mich der Füͤlle eures Glückes freuen, neben der ich mich arm fühlen muß, gleich einem Bettler!“

Wie gern wurde dieſe Bitte gewährt, wie liebevoll zog Arnold den Bruder in ſeine Umarmung, wie herz⸗ lich drückte die Mutter ſeine Hand, wie zärtlich küßten Anna und Heinrich die blaſſe Wange des geliebten Onkels!

Jonathan blieb alſo, und Wochen, Monate vergin⸗ gen, ohne daß er an die Rückkehr nach St. Domingo dachte. Sein Körper erſtarkte allmählig an der Liebe ſeiner Verwandten, und Ruhe, Frieden, Heiterkeit kehr⸗ ten in ſeine Seele zurück. Sein Reichthum freilich, half ihm nichts dazu. Das viele Gold, das er mit⸗ gebracht hatte, lag muſſig im Kaſten. Wie gern hätte er es mit vollen Händen über die Familie des Bru⸗

ders ausgeſtreut, aber er ſah wohl, ſie bedurften deſſe⸗