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Nur immer brav : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſprach er, von Allem plauderte er, was der Commer⸗ zienrath anregte, das Herz ſaß ihm auf der Zunge, und Herr Salomon lächelte manchmal recht vergnügt vor ſich hin. Als er endlich aufſtand und Abſchied nahm, ſchien er von den gemachten Mittheilungen voll⸗ ſtändig befriedigt zu ſein und Alles zu wiſſen, was er zu erfahren gewuͤnſcht hatte. Unter Anderem wußte er auch den Geburtstag des Alten, und den Aufenthalts⸗ ort ſeiner Kinder Heinrich und Marie. Der Geburts⸗ tag fiel auf die Mitte des Oktober, und jetzt war man noch im September.

Es wird ſich machen, ſagte Herr Salomon vor ſich hin, als er durch die ſtillen, dunkeln Straßen nach Hauſe zurückkehrte.Die Entfernung iſt nicht groß, und mein Alter ſoll vollſtändig überraſcht werden. Er hat es verdient, und es gibt einen köſtlichen Spaß.

Vater Lindemann hatte natürlich keine Ahnung von den Abſichten des Commerzienraths, ſondern verbrachte ſeine Tage wieder in alter Weiſe bei Fleiß und Arbeit. In ſeiner Werkſtätte war ein Leben und Treiben, wie es die vier Wände derſelben noch nicht geſehen hatten⸗ Die fünf Geſellen handthierten mit Luſt und Geſchick, denn der Meiſter ging ihnen mit gutem Beiſpiele vor⸗ an, und griff ſo wacker und rüſtig mit zu, wie nur der Jüngſte von ihnen. Manches ſchöne Stück Ar⸗ beit wurde geſchafft und an die Beſteller abgeliefert, und mancher ſchöne Thaler wanderte dafür bei Meiſter Lindemann ein und vermehrte allmählig ſeinen kleinen Schatz, welcher bald wieder zu einem reſpektablen Häuflein anwuchs. Meiſter Lindemann lächelte jetzt immer voll ſtillen Glückes vor ſich hin, und eines Abends, als gerade Meiſter Donner, ein alter Be⸗