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Nur immer brav : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ihn feſt und bindet ihm die Hände auf den Ruͤcken, damit er ſich's nicht etwa einfallen läßt, einen Ver⸗ ſuch zur Flucht zu machen, der ihm übel bekommen würde.«

Dieſe Beſorgniß war indeß unnöthig. Da ſich der Dieb einmal entdeckt und überraſcht ſah, ſchwand ihm ſogleich aller Muth aus dem Herzen, und er erwar⸗ tete mit ſchlotternden Knien die Polizeidiener, welche jetzt durch Thür und Fenſter bei ihm eindrangen und ſich, dem Befehle ihres Vorgeſetzten gemäß, im Nu ſeiner Perſon bemächtigt hatten.

»Alſo hier haben wir endlich, was wir ſo lange 4 vergeblich ſuchten, ſagte der Polizei⸗Beamte, indem

fer an den Korb trat und die darin befindlichen Gegen⸗

ſtände muſterte.Sieh, ſieh, allerlei ſchöne Dinge! Geld, Papiere aha, der Kaufkontrakt Meiſter Linde⸗ manns! Nun, der wird ſich freuen! Rufe ihn doch ſo⸗ gleich Jemand herüber! Das Geld gehört ſicherlich auch ihm! Aber die anderen Sachen da! Wie iſt mir denn? Sollten die nicht aus dem Hauſe des Commerzien⸗ Raths Salomon ſtammen? Ja, wirklich! Grade ſo iſt uns dies und das beſchrieben worden! Wie ſteht's da⸗ mit, Meiſter Peterling? Legt nur gleich ein offenes Bekenntniß ab, denn Läugnen würde unter dieſen Um⸗ ſtänden doch nichts helfen.

Der zitternde Sunder bekannte. Ja, er hatte bei ſeinem Nachbar Lindemann geſtohlen, ja, er war nächt⸗ licher Weile in das Haus des Commerzienraths Salo⸗ mon eingebrochen, ja, er hatte mit dem Beiſtande des Schreibers Greulich eine Fälſchung begangen, um dem Nachbar Lindemann den Garten abzuſchwindeln, ja, er hatte ſeinen Helfershelfer, den Schreiber, zu Boden