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Nur immer brav : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Aber er jubelte zu früh. Schon hatte der Schrei⸗ ber Greulich ſeine Ausſagen auf dem Polizei⸗Amte ge⸗ macht, ſchon war Peterling auf dem Gange nach der Wohnung des Schreibers beobachtet worden, und ſchon war ſein Haus bereits ringsum von Polizei⸗ Dienern umſtellt, welche es nicht aus den Augen ließen, ehe er nur eine Ahnung davon hatte, daß man ſich jeden Augenblick ſeiner Perſon bemächtigen könne. Dies war bis jetzt nur deßhalb unterblieben, weil man von Greulich nicht hatte erfahren können, an welchem Orte er die geſtohlenen Sachen aufbewahre. Man beobachtete ihn deßhalb insgeheim, aber auf das Aller⸗ ſorgfältigſte, und grade, als er mit dem Ausräumen des Verſteckes beſchäftigt war, haftete das ſcharfe Auge eines Polizei⸗Beamten draußen vor dem Fenſter auf ihn, und gewahrte jede ſeiner Bewegungen, ohne daß er es wußte.

Plötzlich, gerade, als Peterling den gefüllten Korb nach unten in den Keller tragen wollte, erſchütterte ein heftiger Stoß das Fenſter, es ſprang auf, und zu⸗ gleich erſchallte ein kräftiges:Halt! in die Stube herein. Peterling, tödtlich erſchrocken, ſah ſich um, erblickte die Uniform des Polizei⸗Beamten, und ſank an allen Gliedern zitternd, mit kreideweißem Geſicht, auf ſeine Knie.

Gnade! ſchrie er,ich will Alles geſtehen! Ich bin unſchuldig!

Wenn du unſchuldig biſt, was haſt du dann zu geſtehen?« entgegnete der Beamte.»Aber wir brau⸗ chen deine Bekenntniſſe nicht, denn wir wiſſen bereits Alles, und erwiſchen dich ja gerade bei den Früchten deines ſauberen Geſchäftes. Vorwärts, Leute! Nehmt