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Nur immer brav : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ihm dieſe Angſt und Sorge erſpart geweſen. Jetzt nun erinnerte er ſich ihrer zu ſpät.

Aber was beginnen? Wie vorbeugen, wenn der Schreiber wirklich ihn verrieth? Wie der Strafe ent⸗ gehen, die ihn bedrohte?

»Pah! Man muß Alles bei Seite ſchaffen, und Alles in Abrede ſtellen, was er auch ausgeſagt haben mag! dachte Peterling, indem er wieder friſchen Muth faßte.Wenn ſie nichts finden, können ſie mir auch nichts beweiſen, eine Ausſage ſteht gegen die andere, und eine Lüge zu behaupten, iſt ja keine große Kunſt. Ja, ja, das ſoll geſchehen! Ich vergrabe, was mich verdächtigen kann, im Keller, und dann mögen ſie zu⸗ ſehen, daß ſie es finden!« Mit dieſem Vorſatze, der ihm wie ein Rettungsanker im Fall der ſchlimmſten Noth erſchien, eilte Peterling ſpornſtreichs wieder nach Hauſe. Seine Frau und Kinder entfernte er unter irgend einem Vorwande, verſchloß die Hausthür hin⸗ ter ihnen, um nicht überraſcht zu werden und um glau⸗ ben zu machen, daß Niemand zu Hauſe ſei, und ging dann raſch an's Werk. Zuerſt machte er mit Hülfe eines Spatens ein ziemlich tiefes Loch im Keller, wo er das geſtohlene Gut verbergen wollte, und als er damit fertig war, holte er einen Korb, um die Sachen darin einzupacken und hinunter zu tragen. Mit haſti⸗ ger Hand räumte er ſein Verſteck hinter dem Ofen aus, und lachte innerlich darüber, daß er nun ſicher wäre und daß man ihm nichts würde beweiſen können, ſelbſt wenn die Polizei Verdacht gegen ihn ſchöpfte und eine Hausſuchung bei ihm anſtellte. Mochten

ſie ſuchen, finden würden ſie ſchwerlich etwas, meinte er.