ſchrie, immer noch in der feſten Meinung, daß Greu⸗ lich nothwendig zu Hauſe ſein müſſe und vielleicht nur noch in feſtem Schlummer läge,— aber keine Stimme gab Antwort auf ſein Rufen. Endlich ſtieg er wieder hinunter, zog Erkundigung beim Hauswirthe ein, und erfuhr nun zu ſeiner Beſtürzung, daß der Schreiber Greulich die ganze Nacht ausgeblieben und bis zur Stunde noch nicht heimgekehrt ſei.
Wo war er nun? Nicht auf dem Platze, wo ihn Peterling hingeworfen, nicht in Lindemann's Hauſe, nicht in ſeiner eigenen Wohnung,— wo konnte er ſein? Sollte man ihn vielleicht während der Nacht auf⸗ gegriffen und in Gewahrſam gebracht haben? Unmög⸗ lich ſchien dies nicht!
Neue Beſorgniſſe ſtürmten auf Peterling ein. Wenn man den Schreiber arretirt, oder auch vielleicht in das Krankenhaus gebracht hatte, ſo mußte er nothwendig Auskunft ertheilen, wie er zu der Wunde am Kopfe gekommen war, und dann konnte es kaum ausbleiben, daß er, einmal im Plaudern, auch Alles ausplauderte. Denn wie hätte er ſonſt den Angriff, den furchtbaren Schlag, den Peterling ihm verſetzt hatte, erklären ſol⸗ len? Er mußte doch eine Urſache angeben, und es ſchien kaum zweifelhaft, daß er die wirkliche und rich⸗ tige Urſache angab.
„Das wäre ein ſchöner Streich!“ dachte Peterling, und die Angſt vor der Entdeckung ſeiner Schlechtigkei⸗ ten preßte ihm von Neuem das Herz zuſammen. Un⸗
willkuͤhrlich erinnerte er ſich grade in dieſem Augenblick der Worte, die Nachbar Lindemann ſo häufig im Munde führte, die Worte:„Nur immer bravle Ja, wenn er nur immer brav gehandelt hätte, ſo wãre
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