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näherte ſich dem Stacket, indem er ſich ſo viel als mög⸗ lich hinter Büſchen und Geſträuchen verbarg. Er ſchaute hinüber in des Nachbars Hof— der Hof war ſtill und leer, der Körper des Schreibers verſchwunden. Peterling athmete einigermaßen erleichtert auf.
»„Er kann alſo nicht todt ſein!“ ſagte er zu ſich ſelbſt.„Wenn man ſeine Leiche gefunden hätte, ſo würde man ſchon ſolchen Lärm gemacht haben, daß ich es nothwendig wiſſen müßte. Nein, er war nur be⸗ täubt, iſt während der Nacht wieder zur Beſinnung gekommen und wird nach Hauſe gegangen ſein. Ja, ja, ſo iſt es! Ich brauche mich nicht weiter zu äng⸗ ſtigen.“
Auf ſolche Weiſe beſchwichtigte er ſeine Angſt und kehrte durch den Garten nach ſeinem Hauſe zurück. Wenn der Schreiber noch lebte, was konnte ihm dann geſchehen? Nichts! Ohnehin, ſo dachte er, würde der⸗ ſelbe ſich wohl hüten, zu plaudern und ihn zu verra⸗ then, denn er gefährdete ſich ja dadurch ſelbſt. Hatte er bis jetzt geſchwiegen, würde er auch ferner ſchwei⸗ gen, um nicht in das Zuchthaus wandern zu müſſen.
Trotz dieſer Betrachtungen, welche Peterling an⸗ ſtellte, nahm er ſich doch vor, dem Schreiber ein hüb⸗ ſches Geſchenk zu machen, um dadurch den Zorn deſſel⸗ ben zu beſchwichtigen, gewiſſermaßen ein kleines Schmerzengeld, und zugleich ein Siegel für ſeine Lippen.
»„Dann iſt er ruhig, und ich bin ſeiner ledig für immer!“ dachte er.—
Ein paar Stunden hielt es Peterling in ſeinem
Hauſe aus, ohne weitere Erkundigungen über Greu⸗ lich einzuziehen. Dann auf einmal fiel ihm ein, daß


