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Polizei⸗Amte gegangen, wo er ein offenes Geſtändniß ſeines Vergehens und zugleich Zeugniß gegen Peterling ablegte.
Während er in ſolcher Weiſe ſein Gewiſſen ent⸗ laſtete, war aber auch Peterling keineswegs müßig ge⸗ weſen. Nachdem er den Schreiber in der Nacht nie⸗ dergeſchlagen, ihn aus ſeinem Garten in den Hof Nachbar Lindemann's geworfen, und dann in trootziger Verſtocktheit ſein Lager aufgeſucht hatte, fühlte er am Morgen darauf, als er aus dem wüſten Schlummer der Trunkenheit aufwachte, eine furchtbare Angſt und Beklemmung.
Was war mit dem Schreiber geſchehen?
Er entſann ſich ſehr wohl alles deſſen, was er an ihm verübt. Wenn er ihn getödtet hatte, ſo mußte ſeine Leiche nun ſchon gefunden worden ſein, und er wunderte ſich nur, daß Alles ſo ſtill davon war. Aber wenn er noch lebte, wie dann?
Ddie Ungewißheit peinigte ihn. Er hätte gern, wer weiß was, darum gegeben, etwas Sicheres zu erfah⸗ ren. Aber wie es in Erfahrung bringen? Fragen mochte er nicht, denn er fürchtete ſich dadurch ſelbſt zu verrathen. Alſo blieb nichts weiter übrig, als ſelbſt zu gehen und mit eigenen Augen zu ſchauen.
»Am Ende liegt er noch auf dem Hofe!“ dachte er. „Es iſt noch fruͤh, die Nachbarn ſchlafen wohl noch, vielleicht kann ich ihn fortſchaffen, verbergen, vergra⸗ ben, ohne daß es Jemand ſieht! Wer will dann Ver⸗ dacht auf mich werfen?«
Die Angſt, die wie ein Alp auf ſeiner Seele lag, trieb ihn aus ſeinem Hauſe; mit unſicheren Schritten und ſcheuen Blicken eilte er durch den Garten, und


