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„Ja, wer kann aber auch ſo arbeiten, ohne ſich eine Erholung zu gönnen!“« warf Meiſter Peterling mürriſch ein.
„Wer's kann? Ein Jeder kann's, wenn er nur den rechten Willen hat,“ erwiederte Vater Lindemann nachdrücklich.„Ich kann Euch verſichern, Nachbar, doppelte Arbeit macht doppelte Fröhlichkeit, und eine Erholung, was Ihr ſo nennt, nämlich in's Wirths⸗ haus und auf den Tanzboden laufen, das iſt nie meine Neigung geweſen. Jeder Groſchen, dort ausgegeben, würde mich gedauert und auf der Seele gebrannt ha⸗ ben. Nein, nein, mir iſt am wohlſten, wenn ich tüch⸗ tig in meiner Werkſtatt herum handthiere, und dann nachher einen ſchönen Abend im Garten zubringe. Das iſt meine Erholung immer geweſen, und Ihr ſeht ja,“ Nachbar, Garten, Werkſtatt und ich ſtehen uns nicht ſchlecht dabei.“ 8 4
„Ja, ja, das ſeh' ich wohl,« ſagte Meiſter Peter⸗ ling mit neidiſchem Blicke.„Und Geld ſpart Ihr Euch noch obendrein! Habt wohl ſchon ein hübſches Sümm⸗ chen zuſammengeſcharrt in den drei Jahren, daß Eure Kinder fort ſind?«
Vater Lindemann nickte vergnügt.„Es ſammelt ſich, ja, ja, es ſammelt ſich allgemach,“ gab er zur Ant⸗ wort.
„Und Ihr tragt es wohl immer auf die Sparkaſſe, was Ihr ſo erübrigt und zurücklegt, wie?“ forſchte Peterling. 8
„Das nicht, ich heb' es mir ſchon ſelber auf, ich habe ein ſicheres Plätzchen in meinem Hauſe,“ lächelte der Alte. 3


