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Nur immer brav : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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lich, freilich, ſo im Anfange, als mir die Kinder an allen Ecken und Enden fehlten, da iſt mir's recht hart angekommen, aber wenn ich dann bedacht, daß es doch für ihr Wohl und ihr Beſtes iſt, wurde mir's wieder leichter um's Herz. Es trägt ſich zuletzt Alles, Nachbar, wenn man nur immer brav iſt und recht⸗ ſchaffen ſeine Schuldigkeit thut. Ein gutes Gewiſſen kräftigt Seele und Leib, und ſo habe ich zuletzt nicht nur den Schmerz der Trennung überwunden, ſondern mich auch immer recht rüſtig und aufgelegt zur Arbeit gefühlt. Nur immer brav, Meiſter Peterling, alles Uebrige findet ſich dann von ſelbſt.

Ei ja doch, Ihr habt gut reden, erwiederte der Maurer nicht ohne Bitterkeit.Bei Euren Verhält⸗ niſſen, da iſt es keine große Kunſt, immer brav zu thun. Wenn man ein eigenes Haus und Grundſtück ſchuldenfrei hat, und nicht alle Tage zwei oder drei Kindern den Magen zu füllen braucht, kurzum, wenn man's hat, wie Ihr es habt, da iſt's eine Kleinigkeit, ſich rechtſchaffen zu halten. Aber Ihr ſolltet nur ein⸗ mal in meiner Haut ſtecken, da würdet Ihr ganz anders reden!

»Ich glaub' es nicht, Nachbar, nein, nein, ich glaub' es nicht, entgegnete Vater Lindemann eifrig. Erinnert Euch nur, ſo vor ein zwanzig Jahren iſt mir's eben ſo ergangen, wie jedem Andern, der einen ſchweren Anfang hat. Als ich das Häuschen und den Garten übernahm, konnte ich nur eine Kleinigkeit dar⸗ auf zahlen, und mußte das Andere ſchuldig bleiben. Seht, Nachbar, da galt es. Tag und Nacht arbeitete ich, ſparte, gab keinen Heller unnöthig aus, und ſehet, nach ein paar Jahren war das Häuschen bezahlt.«