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Hände über das Grab hin reichten,—„aber, weißt du, Heinrich, das iſt mein Troſt, daß uns der gute Vater doch nur aus Liebe von ſich gibt, um unſeres Beſten willen, und damit er ſo recht für uns ſorgen kann. Ich vermag es nicht auszuſprechen, wie ſehr mich das rührt, und wie innig dankbar ich ihm dafür im Herzen bin. Könnt' ich es ihm nur recht zeigen, wie ich ihn liebe und ihm danke!“
„Das kannſt du, Marie, ſo gut wie ich,“ entgeg⸗ nete ihr Bruder mit ſanftem Ernſte.»Siehſt du, ich habe viel darüber nachgedacht, weil ich wohl auch recht lebhaft empfand, wie groß und uneigennützig die Liebe des Vaters für uns iſt. Da können wir ihm nun nicht beſſer unſeren dankbaren Sinn bezeigen, als wenn wir uns recht fröhlich und entſchloſſen in ſeinen Willen fügen, und feſt an ſeinen Ermahnungen halten, damit er eines Tages Freude an ſeinen Kindern erlebe und ein recht ruhiges und ſorgenfreies Alter genieße. Hier, am Grabe der Mutter, wollen wir einander geloben mit Hand und Herz und Mund, nur immer brav zu ſein zu jeder Zeit und unter allen Umſtänden, wie ſchwer auch die Verlockung und Verſuchung zum Böſen uns nahe treten möge. Nur immer brav, Marie! Das heißt, nur immer fleißig, ſparſam und rechtſchaf⸗ fen, und allezeit Gott vor Augen und im Herzen, da⸗ mit wir dereinſt mit offenem Blicke und freier Stirn wieder vor den Vater hintreten können. Wollen wir uns das gegenſeitig verſprechen und geloben, Marie?«
„Ja, das wollen wir,“ ſagte Marie mit heller, klarer Stimme, ſo recht voll aus dem Herzen heraus. „Nur immer brav, das ſei unſer Wahlſpruch für's ganze Leben, und unſer Schild, wenn uns etwas Böſes


