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„das wird nun wohl bald das letzte Mal ſein, daß wir beiſammen am Tiſche ſitzen. Du, Heinrich, gehſt über⸗ morgen auf die Wanderſchaft, und du, Marie,— für dich hat ſich auch etwas gefunden. Die Tante Ma⸗ rianne hat mir aus der Reſidenz geſchrieben, daß ſie einen guten Platz für dich weiß, und du ſollſt ſo ſchnell wie möglich dahin kommen.“
Marie wußte zwar ſchon, daß der Vater ſich ihret⸗ wegen an die Tante gewendet hatte, die Nachricht aber, daß ſie ſo ſchnell das Vaterhaus verlaſſen ſollte, überraſchte und betrübte ſie dennoch. Nicht um ihrer ſelbſt willen, ſondern hauptſächlich des Vaters wegen, der nun, wenn beide Geſchwiſter gingen, ganz allein und einſam in ſeinem Häuschen zurückblieb.
„Ach, lieber Vater,“ ſagte ſie,„das iſt wohl eine gute Nachricht, aber doch kann ich mich nicht darüber freuen. Wie wird es dir zu Muthe ſein, wenn du Keines von deinen Kindern, die dich ſo herzlich lieben, mehr um dich ſiehſt. Ich möchte lieber bei dir blei⸗ ben, als in die große Stadt gehen!“
„Dem Menſchen wird nicht immer zu Theil, was er möchte, Marie,« erwiederte der Vater.„Ei ja, mir wär's auch lieber, wenn ich Euch Beide bei mir be⸗ halten könnte, und ich weiß wohl, es wird mir recht wunderlich vorkommen, wenn ich Eure freundlichen Ge⸗ ſichter nicht mehr um mich ſehe; doch darauf kommt es hier nicht an, ſondern auf das, was Euch wahrhaft dienlich und für die Zukunft nützlich iſt. Ich bin alt, und habe mein Leben hinter mir, Ihr ſeid jung und habt noch viele Jahre vor Euch. Ich verdiene nicht ſo viel, um Eure künftigen Tage ſorgenfrei zu machen. Da müßt Ihr nun ſelbſt ſorgen und arbeiten, daß Ihr


