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Nur immer brav : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Eile, weil ſie ihr Kammermädchen Knall und Fall fort⸗ geſchickt hat, aus dem Grunde, daß Mine eine ſchlechte Perſon war, die geſtohlen hat. Da iſt nun Marie recht willkommen, und die Frau Kriegsräthin will das Poſtgeld für ſie bezahlen. Sie wird es recht ſehr gut haben, wenn ſie nur immer brav iſt, was ich nicht an⸗ ders von deiner Tochter erwarte, und auch der Lohn iſt anſehnlich, vierundzwanzig Thaler außer den Ge⸗ ſchenken, was ſich nicht ſagen läßt. Die Frau Kriegs⸗ räthin iſt eine ſehr gute Herrſchaft, denn ich weiß es, weil ſie oft zu meiner gnädigen Frau Gräfin kommt. Alſo ſchicke ſie nur, und ſei auch vielmals gegrüßt von Deiner getreuen Schweſter Marianne Lindemännin. Nachſchrift. Aber nur immer brav muß ſie thun, ſonſt macht ſie mir Schande, und meiner gnädigen Frau Gräfin auch, weil wir ſie da hin empfohlen haben. Doch ich habe keine Bange, es liegt ja ſo in unſerer Art. Deine getreue Schweſter.

Ja, ja, es liegt ſo in unſerer Art, das iſt ſchon richtig! Nur immer brav! ſprach Meiſter Linde⸗ mann vor ſich hin, als er den Brief wieder zuſammen⸗ faltete.Da ſieht man's ja, die Marianne iſt auch nicht aus der Art geſchlagen, ſie hat doch gleich für ihr Pathchen geſorgt. Na, nun iſt's entſchieden! An's Herz wird's freilich greifen, aber geſchehen muß es, es iſt das Beſte, und heute Abend noch ſollen ſie es erfahren!

Er räumte nun ſein Handwerkszeug bei Seite, da⸗ mit es nicht unordentlich umherliegen möchte, und war kaum damit fertig geworden, als wiederum draußen raſche Schritte ertönten, und gleich darauf ein blühend friſcher, junger Burſch mit dunklem Haar, braunen