Druckschrift 
Nur immer brav : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Briefes, nachdem er ihn erſt mehrmals um und um gedreht und ihn von allen Seiten betrachtet hatte.

Es wird ſchon richtig ſein, er iſt von meiner Schweſter, von der alten Marianne,« murmelte er da⸗ bei vor ſich hin.Wenn man vom Fuchſe ſpricht, iſt er nicht weit entfernt! Nicht, daß die Marianne ein Fuchs wäre, behüte! Sie iſt ein braves, altes Mäd⸗ chen, und der Fuchs nur ſo eine Redensart! Ja, ja, ſie iſt immer brav geweſen, und wird's auch wohl auf ihre alten Tage geblieben ſein! Aber begierig bin ich doch, was ſie ſchreibt! Na, da ſteht es ja groß und breit, und mit ganz leſerlichen Buchſtaben. Alſo laß doch ſehen!«

Er rückte die Brille noch einmal ordentlich zurecht, brachte den Brief in das rechte Licht, und dann las er halblaut vor ſich hin:

Lieber Bruder Gottfried! Ich wünſche, daß dich mein Schreiben in guter Geſundheit antrifft, wie mich auch das deinige angetroffen. Mir ergeht es recht gut. Ich bin immer noch Wirthſchafterin bei meiner gnädi⸗ gen Frau Gräfin, und werd' es auch wohl bleiben, bis mich der liebe Gott auf einen anderen Poſten beruft. Wegen der Marie hab' ich's mir überlegt und auch mit der Frau Gräfin darüber geſprochen. Wir ſind auch ganz einig darüber, und ich habe mich gewundert, daß das kleine Ding, was noch ein Drei⸗Käſe⸗hoch war als ich dich das letzte Mal beſuchte, nun ſchon ſo groß geworden ſein ſoll. Die Frau Gräfin hat mit der Frau Kriegsräthin Berghuber bereits geſprochen, und Marie ſoll nun kommen, ſo raſch wie's angeht. Sie kann ja mit der Poſt herfahren, damit die Frau Kriegs⸗ räthin nicht ſo lange zu warten braucht, denn ſie hat

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