— ſchriebenes leſen konnte, und erbrach das Siegel
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Ich wundere mich nur, daß die Marianne noch nicht geſchrieben hat! Sollte ſie denn ganz und gar den Bruder vergeſſen haben? Ich kann mir's doch kaum denken!“« 3 Nach dieſem Zwiſchengeſpräch fuhr der Hobel von Neuem quietſchend und pfeifend mit zwiefacher Schnel⸗ ligkeit über die rauhe Fläche der Bretter, um ſie zu glätten und ihnen die gewünſchte Form zu geben, bis nach einem Stündchen etwa, als die Sonne ſchon ziem⸗ lich tief am Himmel ſtand und ihre Strahlen ganz ſchräg in die Werkſtatt fielen, eine fremde Stimme auf dem Vorplatze ertönte, welche laut nach Meiſter Linde⸗ mann rief. „Nur in die Werkſtatt hinein!« klang es aus Ma⸗ ria's Munde vom Garten her.„Der Vater iſt noch fleißig, ob er gleich ſchon Feierabend machen könnte!“ „Hier bin ich ſchon!« ſagte Vater Lindemann ſelbſt, indem er aus der Werkſtatt auf den Vorplatz trat.„Ei, guten Abend, Herr Briefträger! Ein ſeltener Gaſt in meinem Häuschen! Was bringen Sie mir Gutes? Gewiß ein Schreiben aus der Reſidenz, wie?« „Richtig errathen, Meiſter!“ erwiederte der Brief träger.„Aus der Reſidenz! Koſtet aber auch zwei Groſchen Porto!« Die kleine Münze wurde hervorgeſucht, zuſammen⸗ gezählt, dem Poſtboten übergeben, und nachdem dieſer ſich mit freundlichem Gruße wieder entfernt hatte, rie⸗ gelte Vater Lindemann die Werkſtatt von innen zu, um nicht überraſcht und geſtört zu werden, ſetzte be⸗ dächtig ſeine Brille auf, weil er ſonſt nicht gut Ge⸗


