freie Zukunft zu bereiten, war der höchſte Wunſch ſei⸗ nes Lebens, und unabläſſig ſann er darüber nach, auf welche Weiſe er dieſes Ziel am ſicherſten mit Gottes „Hülfe werde erreichen können.
Heinrich, ſein Sohn, war bereits ein tüchtiger Burſch von achtzehn Jahren, und ſeine Tochter Marie, ein hübſches, flinkes, im Herzen recht frommes und gutes Mädchen, zählte nur zwei Jahre weniger. Bis jetzt hatte ſie Vater Lindemann erhalten, gekleidet, genährt und in ächter Gottesfurcht und Demuth erzogen. Aber er ſah ein, daß dieß nicht ſo fortgehen konnte, wenn er den ſchon erwähnten höchſten Zweck ſeines Lebens erreichen wollte, nämlich eben die ſorgenfreie Zukunft ſeiner Kinder.
Wie das anfangen?
Ueber Heinrich machte er ſich im Grunde noch die wenigſte Sorge, denn der reifte nachgrade zum Manne und verſtand ſein Handwerk. Er hatte bei einem tüch⸗ tigen Schloſſermeiſter gelernt, war vor Kurzem Geſell geworden, und ſtand im Begriffe, auf die Wanderſchaft zu gehen, um ſich die Welt anzuſchauen und haupt⸗ ſächlich, um noch neue Erfahrungen in ſeinem Gewerbe zu ſammeln und in der Fremde draußen noch recht zu vervollkommnen. Darüber mochten ein vier oder fünf Jährchen hingehen. Wenn er fleißig und ſparſam war, konnte er ſich neben gründlichen Kenntniſſen auch noch ein Kapitälchen bei ſeinen Meiſtern erwerbern, und Vater Lindemann dachte, wenn er nicht mehr für ihn zu ſorgen brauchte, würde er alljährlich wohl auch ein Sümmchen für ihn zurücklegen können. Die beider⸗ ſeitigen Erſparniſſe dann zuſammengenommen, reichten zuletzt wohl aus, Heinrich zum Schloſſermeiſter z
1⸗


