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Nemesis : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſchleichenden Schritten, aber entſchloſſener Miene Wil⸗ ſon's Stube, die er hinter ſich abſchloß.

Beſſer ſo! flüſterte er vor ſich hin.Jetzt kann ich auf keine Weiſe geſtört werden!

Wie ein Schatten, unhörbar, glitt er durch das Haus, ſtieg hinauf in das obere Stockwerk, und ſtand im nächſten Augenblicke vor Mr. Hamiltons Zimmer. Hier blieb er ſtehen, legte vorſichtig ſein Ohr an die Thür, und horchte geſpannt.

Er ſchläft! murmelte er nach einem Weilchen. Seine Athemzüge ſind tief und regelmäßig. Ich werde leichtes Spiel mit ihm haben.

Mit feſter Hand drückte er auf die Thürklinke. Sie war nicht verſchloſſen, auch von innen kein Riegel vorgelegt.

Dacht' es mir wohl, ſagte er wie vorhin mit faſt unhörbarem Flüſtern.Dieſe ſogenannten ehr⸗ lichen Leute ſind nicht mißtrauiſch, und der da nun vollends glanbt unter dem Dache eines Freundes ganz ſicher zu ſein. Nun, er ſoll in ſeiner Sicherheit meinetwegen zum Himmel oder zur Hölle fahren.

Er öffnete die Thür ein wenig, und ſtreckte noch einmal lauſchend den Kopf vor. Alles ruhig! Eine Nachtlampe ſtand auf dem Tiſche in der Mitte des ziemlich großen Gemaches, und erhellte es ein wenig mit ſeinem bleichen, ſchwachen Schimmer. Auf dem Bette, in leichte Tücher eingehüllt, lag ein Mann, anſcheinend in tiefem, feſten Schlafe. Er athmete ſchwer und hörbar. Kein anderes Geräuſch unterbrach die lautloſe Stille im Zimmer.

Solms zögerte nicht länger. Er öffnete die Thür ſo weit, daß er mit Leichtigkeit hindurch ſchlüpfen