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Nemesis : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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indem er einen ſeltſam geformten Schlüſſel aus der Taſche zog, und ihn dem Kaſſierer hinreichte.

Bei Gott, es iſt der zweite Schlüſſel, der mir fehlt! rief dieſer aus, nachdem er das Inſtrument genau betrachtet hatte.Wie war es möglich, daß er in deinen Beſitz gelangen konnte?

Genug, der Schlüſſel iſt hier! Wie ich ihn be⸗ kommen habe, braucht dich weiter nicht zu kümmern. Uebrigens iſt keinerlei Hexerei im Spiele. Ein Stück⸗ chen Wachs iſt ſchmiegſam. Ich drückte gelegentlich, als der Bankdirektor einmal ſein Pult verlaſſen und den Schlüſſel mitzunehmen vergeſſen hatte, denſelben in Wachs ab, und feilte ſpäter nach dem Abdrucke dieſes Ding da zurecht.

»Alſo haſt du ſchon ſeit längerer Zeit daran ge⸗ dacht, die That zu begehen? fragte der Kaſſierer be⸗ troffen.

Gewiß habe ich daran gedacht von der Zeit an, wo du dein Leben der Verſchwendung beganneſt, ver⸗ ſetzte Solms mit hämiſcher Miene.Als ich ſah, daß du dein Geld mit vollen Händen wegwarfeſt, und daß du heimlich ganz unſinnige Spekulationen machteſt, um die Mittel zu Saus und Braus herbeizuſchaffen, da war mein Plan entworfen und reif. Glaubſt du denn, ich hätte Luſt und Neigung, hier ewig zu büf⸗ feln für lumpige achthundert Thaler Gehalt? Das ſollte mir einfallen! Ich lauerte auf den Moment, wo du bankerott wareſt an Geld und Ehre, und dieſer Moment iſt jetzt gekommen. Allein konnte ich den Streich nicht ausführen, in Verbindung mit dir dagegen iſt die Ausführung nur eine Kleinigkeit, denn du haſt den einen, ich habe den andern Schlüſſel.