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Nemesis : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Armer Freund, wie ſchmerzt es mich, daß ich deine Hoffnungen täuſchen muß, entgegnete der Buch⸗ halter.Jene Werthpapiere, ſie ſind nicht mehr vor⸗ handen. Unglückliche Spekulationen haben ſie ver⸗ ſchlungen. Wie geſagt, ein dreißig, vierzig, ſelbſt fünfzig Thaler kann ich dir geben, aber mehr ſteht nicht in meiner Macht.

So bin ich verloren! Rettungslos verloren! murmelte der Kaſſierer mit dumpfer Stimme vor ſich hin.Wohl denn! Lieber den Tod, als die Schande! Lebe wohl, Solms!

Er ſtand auf, wandte ſich um, und ſchritt der Thüre zu. Als er ſie öffnen wollte, hielt ihn ein An⸗ ruf des Buchhalters wieder zurück.

Bleibe noch einen Augenblick, Peters, und ſetze dich hierher, mir gegenüber auf das Sopha. Vielleicht iſt dir noch zu helfen. Ueberlegen wir!

Peters kehrte um, und ließ ſich mechaniſch auf das Sopha nieder, von wo er den Buchhalter mit irren Blicken anſtierte.

Wie ſoll mir noch zu helfen ſein? fragte er heiſer, als ob ihm innere Angſt die Kehle zuſchnürte.

Durch Muth und Entſchloſſenheit! verſetzte der Buchhalter.Höre mich an! Das Meſeer ſitzt dir alſo wirklich vor der Gurgel? Du ſiehſt keine Aus⸗ ſicht, auch nicht eine entfernteſte, auf Rettung mehr?

Keine!

Nun aber, fragte Solms leiſe, als ob er in je⸗ dem Lüftchen einen Horcher fürchtete,biſt du denn nicht Kaſſierer der Königlichen Bank? Haſt du denn nicht die Schlüſſel zu den Geldſchränken und zu den Gewölben, wo Gold und Silber in ſolchen Maſſen