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Nemesis : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſeine Lippen. Dann neigte er ſich zu dem verzwei⸗ felnden Manne nieder, und ſagte leiſe:

Zweitauſend Thaler! Unglücklicher, haſt du eine Veruntreuung begangen, weil du dich vor dem Zucht⸗ hauſe fürchteſt?

Ich habe Schlimmeres gethan, verſetzte der Kaſ⸗ ſierer dumpf,ich habe falſche Wechſel gemacht und in Umlauf geſetzt, um mich für den Augenblick aus dringenden Verlegenheiten zu retten. Morgen werden die Wechſel mit den nachgemachten Unterſchriften prä⸗ ſentirt. Wenn ich ſie nicht einlöſe, ehe ſie dem Bank direktor zu Geſicht kommen, bin ich rettungslos lebens⸗ länglicher Schmach verfallen!

»Armer Freund! Armer geſchlagener Freund! ſagte der Buchhalter mit gut geheucheltem Mitleiden. Das iſt freilich eine ſehr traurige, ich möchte ſagen, eine wirklich verzweifelte Lage, in der du dich befindeſt! Du ſelbſt im Zuchthauſe, deine beiden armen Kinder am Bettelſtabe und mit beſudelt von der Schande ihres Vaters, wahrlich, das iſt hart, ſehr hart! Du dauerſt mich im Grunde meiner Seele!

Oh, Solms, wenn du wirklich Mitleid mit mei⸗ nem gräßlichen Unglücke haſt, ſo wirſt du mir auch helfen, wirſt du mich retten! rief der unglückliche Kaſſierer halb zerknirſcht, halb hoffnungsfreudig aus. Aber der Buchhalter zuckte die Achſeln.

Ich wiederhole, Peters, deine Lage jammert mich, ſagte er kalt,aber ich kann dich nicht retten!

Du mußt es! Ich weiß, du haſt für mehr als zweitauſend Thaler Werthpapiere da in deinem Schranke liegen. Vertraue ſie mir an, und ich gelobe dir, ſie redlich und in kürzeſter Friſt zurück zu erſtatten.