Druckschrift 
Nemesis : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Höre denn, ſagte der Kaſſierer, indem er ſeinen Mund dicht an das Ohr des Buchhalters legte, in unheimlichem Flüſtertone;ich bin ruinirt, und habe keinen Pfennig Geld mehr in meinem Hauſe.

So? Das wundert mich eben nicht, erwiederte

der Buchhalter, und ein häßliches Lächeln ſpielte um

ſeine ſchlaffen, ſchmalen Lippen, während ſein Auge für einen kurzen Moment ſchadenfroh aufleuchtete. Bei deinem verſchwenderiſchen Leben, bei deiner Affen⸗ liebe zu deinen Kindern, die du durchaus nicht als ſparſamer Kaſſierer, ſondern wie ein Fürſt erzogen haſt, konnte unmöglich dein Gehalt die unſinnigen Luxusausgaben decken.

Ach, meine Kinder! Meine armen unglücklichen Kinder! ſeufzte der Kaſſierer aus ſchwer bedrücktem Herzen.Mein ehrlicher Benjamin! Meine liebe ſüße Emma! Wie werdet Ihr den Schlag ertragen, den Eures eigenen Vaters unſelige Schwäche auf Eure ſchuldloſen Häupter gelenkt hat! Solms, ſchon um der armen Kinder wegen mußt du mir helfen!

Ei ja, warum denn nicht! verſetzte der Buch⸗ halter phlegmatiſch.Auf ein zwanzig, dreißig Thäler⸗ chen ſoll's mir bei einem alten Freunde nicht an⸗ kommen!

Der Kaſſierer machte eine heftige Bewegung des Unwillens, und heiße Gluthröthe überflog ſeine blei⸗ chen, kummervollen Züge.

Dreißig Thaler! rief er aus,was ſoll eine ſolche Kleinigkeit nützen?

Aber du haſt ja ſelber Vermögen, ſprach Solms weiter.Ich weiß doch, daß fünftauſend Thaler von dir bei der Bank ſtehen! 5

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