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Ein Mann, ein Wort : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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»Martin! Siehſt du denn nicht? Er iſt es! Gott des Himmels, Werder, Paul, mein theurer, theurer Freund!«

Mit einem Aufſchrei, der mir noch in der Seele zittert, wenn ich jenes Augenblickes gedenke, ſtieß er den Tiſch zur Seite, ſeine Arme umſchlangen mich, wir lagen Bruſt an Bruſt, und ſüße Thränen, die ſüßeſten, ddie ich je geweint, rannen unwillkuͤhrlich über meine Wangen. 1 4»Du längſt Erſehnter, biſt du endlich da!« rief mir Fels zu, und die helle Freude ſtrahlte aus ſeinen Augen. »Wie habe ich auf dich gewartet, und jeden Tag ver⸗ gebens auf deine Ankunft gehofft! Konnteſt du nicht wenigſtens einen von den drei Briefen beantworten, die ich im Laufe des letzten Jahres an dich abſchickte? Aber ich will nicht grollen und zanken, du biſt da, und Alles iſt gut! 1

Faſt hätte ich mich verrathen, indem ich den Grund angab, warum ich ſeine Briefe nicht hatte bekommen können, nämlich meine Reiſe, welche mich über ein Jahr von der Heimath fern gehalten. Doch beſann ich mich noch zu rechter Zeit, und antwortete ihm zwei⸗ deutig. 8 Sdu ſiehſt wohl,« ſagte ich mit einem Blicke auf meine ärmliche Kleidung;man hat mich von mei⸗ nem Beſitzthume vertrieben, und länger ſchon als ein Jahr irre ich in der Welt umher.« 3 1Vertrieben! rief er aus und die innigſte Theil⸗ nahme leuchtete von ſeiner edlen Stirn.Du biſt ein Flüchtling, arm, heimathlos! Armer Paul! Warum biſt du nicht früher zu mir gekommen? Du würdeſt reicher als jemals geweſen ſein! Ja, ſtaune nur!

Ein Mann, ein Wort. 78 *