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lieber Herr. Ich habe ſie Ihnen der Wahrheit gemäß erzählt, wie ich ſie ſchon Manchem erzählt habe, und will nur wünſchen, daß Ihnen die Zeit nicht lang ge⸗ worden iſt dabei. Deerr Landrath machte hier eine kleine Pauſe, zün⸗ 2eie ſich eine friſche Cigarre an, und blickte lächelnd im Kreiſe ſeiner Gäſte umher. Dann nahm er wieder das Wort. „Ich weiß nicht,“ ſagte er,„ob meine Erzählung Sie gelangweilt hat, aber die Verſicherung kann ich Ihnen geben, daß ich nie etwas mit größerem In⸗ tereſſe anhörte, als den Bericht meines freundlichen Poſtmeiſters. Daß der Oberſt mein Oberſt, daß Mar⸗ tin unſer Martin ſein mußte, unterlag keinem Zwei⸗ fel, und eben ſo war es zweifelsohne, daß ich nicht weiter fahren konnte, bevor ich meinem alten Fels nicht einen Beſuch abgeſtattet hatte. Sie können ſich das ſehr lebhaft vorſtellen. Aus Allem, was der Poſt⸗ meiſter mir mitgetheilt hatte, konnte ich wohl ſchließen, daß Fels im Allgemeinen noch ganz der alte war in Grundſätzen und Geſinnungen. Gleichwohl kam mir der Einfall, daß ich bei meinem Beſuche ſeine Freund⸗ ſchaft ein wenig auf die Probe ſtellen wollte. Mein Plänchen war im Nu entworfen. Einſt bei unſerem Abſchiede hatte er zu mir geſagt:„Wenn du einmal in eine Lage kommſt, wo du eines Freundes bedarfſt, ſo wirſt du zu jeder Stunde bei Tag und bei Nacht bei mir ein treues Herz und einen offenen Beutel finden. Was mein iſt, iſt dein. Ein Mann, ein Wort.« Ich hegte zwar keine Zweifel an ſeiner Geſinnung, aber— dazumal war er arm geweſen im Vergleiche zu ſeinen jetzigen Verhältniſſen, und Verhältniſſe andern


