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Ein Mann, ein Wort : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Seitdem ſchloß der Poſtmeiſter ſeinen Bericht, hat ſich nun das Brachberger Thal, wie der Oberſt fortan ſeine Beſitzung genannt haben will, von Jahr zu Jahr einträglicher erwieſen, und befindet ſich in dem blühen⸗ den Zuſtande, der Ihnen wie faſt jedem Reiſenden auf⸗ gefallen iſt. Die Mühlen, die Fabriken, die Wald⸗ und Landwirthſchaft ſind unter Brüdern eine viertel Million werth; der Oberſt bewohnt ein reizendes Haus, aus deſſen Fenſtern er faſt ſeine ganze Beſitzung über⸗ ſehen kann, und wird von aller Welt beneidet, aber auch von aller Welt geachtet und geliebt. Seine Leute, und er hat deren Hunderte in ſeinem Dienſte, ſchauen zu ihm auf, wie zu einem höheren Weſen, und beten ihn, ſo zu ſagen an. Aber er verdient es auch in der That und in Wahrheit, denn er iſt wie ein Vater für ſeine Untergebenen, und ſorgt für das Wohlbefinden jedes Einzelnen, wie wenn Alle ſeine Kinder wären. Er ſelber lebt ſo einfach und beſcheiden, wie damals, als er, mit nur geringen Mitteln verſehen, in unſerer Gegend ankam. Martin, ſein Begleiter, iſt immer noch ſeine rechte Hand, wohnt mit ihm in ſeinem Landhauſe, und geht mit ihm um, wie mit einem Bruder. Der einzige Menſch, der dem Oberſt ſein Glück nicht gönnt, iſt der Herr von Weſtern. Er kann es nicht vergeſſen, daß ihn ſein Wortbruch darum gebracht hat, das Glück des Oberſten zu theilen, und hundert Mal ſchon mag er bitter ſeine Charakterloſigkeit bereuet haben. Aber es iſt ſeine eigene Schuld, und kein Menſch bemitleidet ihn, ſondern Jedermann lacht ihn aus. Wenn er des Oberſten Grundſatz,ein Mann, ein Wort«, gehabt hätte, könnte er hübſch warm ſitzen. Nun hat er den Aerger. Das iſt die Geſchichte vom Brachberger Thal,