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iſt's denn nun mit der verſprochenen kleinen Geſchichte, Landräthchen, die Sie uns beim Kaffee zum Beſten geben wollten? Ich dächte, jetzt wäre ſo grade die rechte Zeit dazu, und ich müßte mich ſehr täuſchen, wenn nicht alle unſere anweſenden Freunde der gleichen Meinung wären.“
„Ja, gewiß, gewiß!“ erſchallte es von allen Sei⸗ ten.„Unſer Landrath muß erzählen! Er hat es ver⸗ ſprochen!“
„Ja doch, ja doch, Kinder!« fiel der Landrath lächelnd ein.„Seid nur ſtill, und hört ruhig zu. Ihr kennt mich ja hinlänglich, um zu wiſſen, daß ich an gegebenen Verſprechungen nicht zu deuteln pflege, und das will ich grade jetzt um ſo weniger, als meine
ſchlichte Erzählung nur eine Variation auf das gute
alte Sprichwort iſt, das zu meinen liebſten gehört, welche unſer deutſcher Sprachſchatz aufweiſen kann. Dieſes Sprichwort iſt Euch Allen bekannt genug, Kin⸗ der, denn es heißt: Ein Mann, ein Wort!«
Verſchiedene Blicke ſtreiften bei dieſen Worten des Landrathes über das Geſicht des Baron von Birken⸗ feld hin, und manche Lippe verzog ſich zu einem halb ſpöttiſchen, halb ſchalkhaften Lächeln, als bemerkt wurde, daß der Baron mit erglühenden Wangen die Augen zu Boden ſenkte; der Landrath aber nahm durchaus keine Notiz davon, ſondern ſprach nach kurzer Samm⸗ lung ruhig weiter: Die erſte Variation meines The⸗ ma's heißt
Ein guter Kamerad.
Die Meiſten von uns haben's erlebt, wie damals im
Jahre dreizehn unſer König und Herr ſein Volk zu


