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er durfte ſogar einen Ehrenplatz an der Seite des Landrathes einnehmen.
„Und nun wollen wir Beide nachholen, was wir verſäumt haben,“ ſagte der Letztere zu ihm.
„Herzlich gern!“ erwiederte der Baron;—„aber ehe ich einen Löffel Suppe zu mir nehme, noch eine Gewiſſensfrage, beſter Herr Landrath: ſind Sie auch völlig mit mir ausgeſöhnt?“
„Vollkommen, lieber Baron,“ entgegnete der Land⸗ rath freundlich und drückte ſeinem Gaſte die Hand. „Wie ſollte ich nicht, da Sie ja doch im Grunde nur meinetwegen die Zeit verſäumten! Aber— eine kleine Lektion iſt Ihnen gleichwohl noch zugedacht, doch nur in der beſten Abſicht, und Sie dürfen ſich daher Ihren Appetit nicht verderben laſſen. Da iſt die Suppe! Eſſen Sie, Barönchen! Eſſen Sie!«
Unter Heiterkeit, Scherz und Lachen verging noch eine angenehme Stunde, und kein weiterer Zwiſchen⸗ fall trübte die fröhliche Stimmung der Geſellſchaft. Nach Aufhebung der Tafel zerſtreuten ſich die Gäſte. Die älteren Herren ſuchten ein ſtilles Plätzchen, wo ſie
ungeſtört einer kurzen Mittagsruhe genießen konnten,
und die Jüngeren begaben ſich in den herrlichen, ſchat⸗ tenreichen Park des Landraths, wo ſie in den Laub⸗ gängen freie Luft ſchöpften, und ſich an dem zahlreichen, faſt ganz zahmen Wilde ergötzten, deſſen Hegung zu den kleinen Liebhabereien des Landrathes gehörte. Nir⸗ gends fand man ſtattlichere Rehe und Hirſche, als in ſeinem Parke, und es bedurfte nur eines Rufes, um ſie aus den entlegeneren Dickichten heran zu locken. Ohne Scheu kamen ſie herbei, fraßen aus der Hand, was man ihnen reichte, ließen ſich ſtreicheln, und flogen


