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Ein Mann, ein Wort : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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gemein verehrten und geliebten Landrathes einen ge⸗ ringen Theil beizutragen, und ſetzte ein paar Verſe auf, um die Tafel damit zu eröffnen. Es war unge⸗ wohnte Arbeit für mich, das Verſemachen, und Sie können mir glauben, ſie wurde mir ſauer genug. Doch kam ich wohl oder übel damit zu Stande, und in mei⸗ ner Herzensfreude darüber ritt ich geſtern hierher und bat unſeren Freund, mit Eröffnung der Tafel auf mich zu warten. Er verſprach es unter der Bedingung, daß ich Punkt ein Uhr eingetroffen wäre, und ich, natür⸗ lich, verſicherte, noch vor dieſer beſtimmten Zeit da zu ſein. Aber wie es einem Menſchen gehen kann, wenn er Unglück haben ſoll. War mir ſchon das Schmieden der Verſe ſauer geworden, das Auswendiglernen wurde mir noch ſaurer. Ich lernte heute den ganzen Mor⸗ gen, und doch wollten die Verſe nicht in meinem Ge⸗ dächtniſſe haften. Eine Stunde nach der anderen ver⸗ ging, ohne daß ich es merkte, und mit einem Male kam mein Johann und meldete, daß es Zeit ſei, fort zu reiten. Ich hieß ihn zum Henker gehen, noch eine halbe Stunde zu warten, mich nicht zu ſtören, und ging wieder an das Lernen! Wie es nachher gekommen iſt, daß es auf einmal ſo ſpät geworden war, weiß ich ſelber nicht. Kurz, als ich endlich meine Verſe im Gedächtniſſe hatte, war mehr als eine Stunde über die rechte Zeit vergangen. Meinen Schrecken können Sie ſich denken. Ich warf mich auf's Pferd, jagte im Galopp heruber, und... da haben wir's nun! Die Herrſchaften ſitzen bei Tafel, und ich mit all' meinem guten Willen, muß als demüthiger und reuevoller Sün⸗ der um Vergebung bitten. Gnade, Herr Landrath! Gnade, verehrteſte Tafelrunde! Ich verſpreche Ihnen,