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noch keineswegs, daß auch meine Gäſte warten müß⸗ ten, und dann, wenn es meinen lieben Freunden ſonſt nicht unangenehm iſt, will ich nachher beim Kaffee eine kleine Geſchichte erzählen, an der ſich der Herr Baron erbauen mag. Ja, ja, Sie haben mich da auf einen guten Ausweg gebracht, Präſidentchen!— He, Fried⸗ rich!« rief er dem Bedienten zu, welcher eben wieder mit beſorgter Miene in der Thür erſchien,—„ſage dem Koche, man ſolle anrichten, auf der Stelle und ohne weiteren Verzug. Wer nicht da iſt, der nicht mit ißt! Ja, ja, ganz recht, Präſidentchen! Mag der junge Herr die kleine Lektion hinnehmen und ſie ver⸗ dauen, ſo gut er kann!“
Fünf Minuten ſpäter ſchon wurde angekündigt, daß angerichtet ſei, und ſämmtliche Gäſte begaben ſich in das Speiſezimmer, um ihre Plätze bei der Tafel ein⸗ zunehmen. Auch der Landrath ſetzte ſich an der Seite des Präſidenten nieder, aber, während ſeine Gäſte ſich's wacker ſchmecken ließen, rührte er ſelber kein einziges der wohlſchmeckenden Gerichte an, ſondern ließ alle Schüſſeln unberührt vorüber gehen. Einige Worte reich⸗ ten hin, den Anweſenden dieſe Beſonderheit zu erklären, und Keiner war, der nicht den unverantwortlichen Leicht⸗ ſinn des zögernden Gaſtes mit ſcharfen Worten getadelt hätte. Doch der Landrath wußte den allgemeinen Un⸗ willen zu beſchwichtigen.
„Ruhig, ruhig, Leutchen!“ entgegnete er auf die allgemeine Fluth der Vorwürfe.„Laßt den Baron nur kommen, er wird ſeiner Strafe nicht entgehen. Er mag ſich beſchämt genug fühlen, wenn er endlich ein⸗ trifft und mit den Ueberbleibſeln unſerer Mahlzeit für⸗ lieb nehmen muß, und dann nachher, beim Kaffee!


