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Ein Mann, ein Wort : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Das iſt ärgerlich, erwiederte er dem Diener halb⸗ laut.Aber ich hätte es vorausſehen ſollen. Sage dem Koche, er ſolle wenigſtens noch eine halbe Stunde warten. Wenn der Baron dann nicht da iſt, ſo kön⸗ nen wir uns weiter nicht helfen, und der gnädige Herr muß mit dem fürlieb nehmen, was übrig bleibt!

Auf wen warten Sie, Landräthchen?« fragte der Gerichtspräſident aus der Kreisſtadt, ein alter Jugend⸗ freund und Kriegskamerad des Herrn von Werder, welcher, wie das eiſerne Kreuz auf ſeiner Bruſt beſagte, ein tapferer Mitkämpfer in dem deutſchen Befreiungs⸗ kriege geweſen war.Auf wen warten Sie? Man darf doch fragen, oder iſt es ein Geheimniß?«

Oh nicht doch, nicht im entfernteſten, erwiederte der Landrath, halb lachend, halb noch ein wenig ver⸗ drießlich.Der Herr von Birkenfeld iſt noch nicht da, der Einzige von meinen lieben Gäſten, der uns auf ſeine Gegenwart harren läßt. Aber es geſchieht mir recht! Ich hätte das Mittagseſſen auf eine Stunde ſpäter beſtellen ſollen! Sie kennen mich, Präſidentchen, ich bin ein bischen eigen, vielleicht zu eigen und pünkt⸗ lich, und nun läßt mir mein Koch ſagen, die Schüſſeln ſeien fertig zum Auftragen, und ſiehe da, der Herr von Birkenfeld läßt uns im Stich. Es iſt wirklich ärger⸗ lich! Um ein Uhr war Alles beſtellt, und wir haben ſchon zehn Minuten darüber. Wenn uns der Braten verbrennt, ſo iſt allein der Haſenfuß daran ſchuld.

Aber warum auf ihn warten, Landraͤthchen? ent⸗ gegnete der Präſident.Wer nicht da iſt, der nicht mit ißt, ſagt das Sprichwort, und er hat es ſich ſelber zuzuſchreiben, wenn er zum Deſſert ſtatt zur Suppe kommt.«