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„Um Gotteswillen, was iſt Ihnen geſchehen, Frau Kilian?“ ſagte er, indem er auf ſie zueilte und beſorgt ihre Hand ergriff.
„Mir nicht, Fritz! Aber dir!« verſetzte die alte Frau, und neue Thränen ſtürzten aus ihren Augen. „Haſt du denn den Brief nicht ordentlich geleſen, der heute für dich angekommen iſt?“
„Freilich habe ich! Es ſteht aber nichts Beſonderes darin.“
„Dann haſt du die Nachſchrift überſehen, die auf der zweiten Seite ſteht! Erſchrick nur nicht zu ſehr darüber!“«
Fritz griff haſtig nach dem Briefe, ſah nach der zweiten Seite, und ein dumpfer Schmerzenslaut entrang ſich ſeiner Bruſt. Es war eine ſchlimme Botſchaft, welche die Nachſchrift mittheilte. Sie lautete:
„In aller Eile! So eben kommt die Nachricht vom Schloſſe, daß unſer braver gnädiger Herr, der Oberſt⸗ Wachtmeiſter, eines plötzlichen Todes verblichen iſt. Die⸗ ſer Schlag wird dich beſonders hart treffen, mein lieber Fritz, da ich ſehr fürchte, daß mit dem Tode des Oberſt⸗ Wachtmeiſters die Unterſtützung wegfallen wird, die er dir zugewendet hat. Der junge Herr iſt hier, und ich werde deinetwegen mit ihm reden. Hoffe aber nichts. Der junge Herr hat keine beſondere Verpflichtung gegen dich, und du weißt ja, daß ſein Einkommen nicht ſo be⸗ deutend iſt, als wir Alle wohl wünſchten. Gott tröſte dich, mein Sohn! In den nächſten Tagen wirſt du wieder Nachricht von mir erhalten.“


