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nichts, ich muß mich empor arbeiten, wär' es auch nur, um meiner guten alten Mutter ihre letzten Lebenstage zu verſchönern.“
„Es wäre auch Jammer und Schade, wenn du auf halbem Wege ſtehen bleiben müßteſt,“ ſagte der Direc⸗ tor.„Und doch,— es iſt kaum möglich, daß du ohne weitere Unterſtützung dein Ziel erreichſt.„Höre'mal, Fritzt Du und Rudolph von Zwingenberg, ihr ſeid gute Freunde. Zwingenberg iſt ſehr reich,— ich bin überzeugt, er würde dich gern unterſtützen, wenn du ihm nur ein Wort vergönnen wollteſt.“
„Oh, gewiß, er hat mir's ſchon ſelber angeboten, Herr Director, aber ich hab' es ausgeſchlagen.“
„Das war jedenfalls thöricht von dir, Fritz! Wozu hat man Freunde im Leben, wenn man im Nothfall nicht ihre Hülfe in Anſpruch nehmen will?«“
„Herr Director, früͤher hätte ich das wohl ge⸗ than,“ erwiederte Fritz ernſthaft.„Jetzt aber denke ich anders darüber. Wer ein rechter Mann werden will, der muß vor allem Anderen auf ſeinen eigenen Füßen ſtehen lernen, und ſich durch eigene Kraft und Anſtren⸗ gung forthelfen,— ſo lange es eben geht. Ich würde mich ſchämen, meinen Freunden zur Laſt zu liegen. Mein Plan iſt der. Ich gehe nach Halle und ſehe zu, wie weit ich dort mit meinen zehn Thalern monatlich komme. Reicht es nicht, ſo kann ich vielleicht durch Stundengeben oder Correcturleſen Etwas verdienen, ohne deshalb meine Studien zu vernachläſſigen. Außerdem gelingt es mir vielleicht ſpäter, mir Gönner unter den Profeſſoren zu erwerben, und durch ihre Vermittlung ein kleines Stipendium oder ein paar Freitiſche zu be⸗
kommen. Die paar Jahre, die ich ſtudieren muß, werden


