Univerſität mit ſeinen geringen Hülfsmitteln ſich durch⸗ ſchlagen werde? Dort hatte er keine Frau Kilian, die
mütterlich, keinen Schuldirector, der väterlich für ihn
ſorgte, wie hier. Trotzdem war er keinen Augenblick zweifelhaft.
„Hin muß ich!“ dachte er.»Und einmal dort, wird der liebe Gott ſchon weiter helfen.“
Da, kurz nach dem Eramen, ließ ihn der Schul⸗ director zu ſich beſcheiden, und Fritz ſtellte ſich pünktlich zur beſtimmten Zeit ein. Der Director empfing ihn, wie gewöhnlich, mit väterlicher Freundlichkeit.
„Setze dich, Fritz,“ ſagte er.„Ich habe ein ernſtes Wort mit dir zu reden. Haſt du ſchon darüber nach⸗ gedacht, was du nun, nach dem Abgange von der Schule, beginnen willſt?«
„Ja, Herr Director,“ verſetzte Fritz.„Ich gehe nach Halle, und ſtudiere Theologie.“
„Aber wie ſteht es mit den Mitteln dazu? Hat der alte Herr, der Oberſt⸗Wachtmeiſter, ein Weiteres für dich gethan?“.
„Das nicht. Aber ich denke, daß er mich nach wie vor unterſtützen wird.“
„Mit zehn Thalern monatlich! Damit kannſt du unmöglich in Halle leben!«
„Ich muß es verſuchen, Herr Director,“ verſetzte Fritz achſelzuckend.„Man muß ſich durchſchlagen!“
„Es geht nicht! Unmöglich! Du mußt in Schul⸗ den gerathen und endlich zu Grunde gehen!“
„Da müßt' es ſchon recht hart und ſchlimm kom⸗ men, Herr Director. Ich kann entbehren, kann von Waſſer und Brod leben, wenn es ſein muß, aber vom Lernen kann ich nicht laſſen. Es hilft einmal Alles


