mußte, und er bot ihm mehrmals freigebig ſeine Börſe und ſeine Wohnung an. Aber Fritz ſchlug Beides freundlich, dankbar, aber hartnäckig aus.
„Ich darf mich nicht verwöhnen,“ ſagte er.»Gott weiß, wie wir einmal unerwartet getrennt werden könn⸗ ten, und da würde es mir vielleicht ſchwer fallen, mich durchzuſchlagen, während es jetzt nur ein Kinderſpiel für mich iſt. Ich lebe ſogar in Ueberfluß und Reich⸗ thum!“
„In Ueberfluß und Reichthum? Du?“
„Gewiß! Was geht mir denn ab? Ich brauche weder zu hungern noch zu durſten; meine Kleidung iſt in leidlichem Stande; für meine Wäſche ſorgt meine vortreffliche Frau Kilian; und das Alles koſtet mich ſo wenig, daß ich monatlich noch ein paar Thaler erſpare, die ich meiner armen Mutter zur Unterſtützung ſchicken kann. Iſt das nicht Reichthum und Ueberfluß?“«
„Aber du mußt dir auch jedes Vergnügen und jede Zerſtreuung verſagen, deine Koſt iſt ärmlich; du haſt nicht einmal ein Stübchen für dich, wo du ungeſtört biſt!«
„Vergnügung und Zerſtreuung finde ich genugſam in der Arbeit und allenfalls in einem Spaziergange; meine Koſt iſt gut genug, um nnich zu ſättigen und zu ernähren; und in der Frau Kilian kleinem Stübchen bin ich zu Hauſe, wie wenn es mir allein gehöͤrte. Die gute alte Frau ſtört mich in nichts. Darum laß mich nur ruhig meinen Weg gehen, Rudolph. Wer ſich durch die Welt ſchlagen muß, wie ich, der darf ſich nicht verwöhnen, ſondern muß lernen, mit dem Gering⸗
ſten zufrieden zu leben. So lebe ich, und wenn du es


