noch für den Waldſaum, den er kurz vorher ſo ſehn⸗ ſüchtig betrachtet hatte.
So armſelig und faſt zerlumpt die Kleidung des jungen Burſchen ausſah, war ſein Aeußeres doch ganz geeignet, einen angenehmen Eindruck auf einen etwaigen Beobachter zu machen. Sein Geſicht war zwar nicht gerade ſchön, und zu jetziger Zeit noch obendrein tüchtig von der Sonne gebräunt, aber die großen braunen Augen blitzten hell und keck unter den langen Wimpern hervor, und ließen Klugheit, Muth und Entſchloſſenheit ahnen. Sie drückten dem ganzen, ziemlich regelmäßigen Geſicht einen eigenthümlichen Stempel auf, der deutlich erkennen ließ, daß man es hier nicht mit einem gewöhnlichen Tölpel von Dorfjungen, ſondern mit einem ungewöhn⸗ lichen, unzweifelhaft ſehr begabten und talentvollen Kopfe zu thun habe. Im Uebrigen deutete Alles darauf hin, daß ſeine Heimath nur eine armſelige Hütte ſein könne, — ſein Dienſt als Pferdejunge ſowohl, als ſeine ſchuh⸗ und ſtrumpfloſen Füße, und was ſo an ſeinem Leibe von Drillich⸗ und Tuch⸗Fetzen drum und dran hing.
Es verhielt ſich auch in der That ſo. Fritz Hal⸗ mer war der Sohn der ärmſten Frau im Dorfe, einer Taglöhners⸗Wittwe, welche ihr tägliches Brod mühſam durch Waſchen und andere grobe Handarbeiten verdienen mußte. Der Herr vom Borne hatte ſie nach dem Tode ihres Mannes aus Mitleiden im Beſitz der elenden kleinen Hütte gelaſſen, die er früher ihrem Manne als Guts⸗Taglöhner zugewieſen, und aus demſelben Beweg⸗ grunde hatte er ihren Sohn als Pferdejungen angenom⸗ men. Das war er nun ſchon ſeit Jahr und Tag, und fügte ſich darein, obgleich es ihm eigentlich nicht ganz recht war. Er liebte wohl die ſchönen Thiere, und hütete


