ſtolz darauf, daß von ihm gezogene Pferde ſelbſt in den
Koöniglichen Marſtällen als ausgezeichnete Thiere be⸗ wundert wurden, und daß ſogar gewiegte Kenner ſei⸗ nen Pferden vor den Engliſchen und Meklenburgiſchen den Vorzug gaben.
In Allem, was auf ſein Geſtuͤt Bezug hatte, zeigte ſich daher der alte Herr beſonders eigenſinnig und pein⸗ lich genau. Wehe dem Pferde⸗Knechte oder Jungen, der ſich im Dienſte bei Abwartung oder Bewachung der edlen Thiere einen Fehler oder eine Nachläſſigkeit zu ſchulden kommen ließ! In ſolchen Fällen trat der Jäh⸗ zorn des alten Soldaten mit unbändigſter Heftigkeit her⸗ vor, und ſchon mancher unordentliche oder leichtſinnige
Blurſche hatte gelegentlich bittere Bekanntſchaft mit der ſchweren Reitpeitſche des ſonſt gnädigen, in derartigen Fällen aber höchſt ungnädigen Herrn machen müſſen. Jeden Morgen beſuchte er die ausgedehnten Weideplätze ſeiner ſchönen Thiere, und ſah mit eigenen Augen nach dem Rechten. Nicht ſelten uͤberraſchte er auch noch durch
einen Nachmittags⸗Beſuch ſeine Dienſtleute, und dieſe waren deshalb in der Regel auf ihrer Hut.
Eines Tages, und zwar ein ſehr heißer Sommertag im Jahre 1813 war es, hütete ein kaum dreizehnjähriger Knabe eine Anzahl der edelſten Füllen auf einer der vom Gute entlegenſten Waldwieſen, welche, vielleicht eine Stunde lang und breit, von einem hölzernen Gat⸗ ter ringsum eingezäunt war, damit ſich die muthigen jungen Roſſe nicht in den anſtoßenden Kiefern⸗Holzun⸗ gen zerſtreuen und verlaufen konnten. Faſt auf der Mitte des großen Wieſenplanes ſtand auf einem mäßig anſchwellenden Hügel eine Gruppe von etwa einem Dutzend mächtiger alter Eichen, deren weit aagenri tes


