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Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Kunde. Viele Worte machte er nicht, aber bei Georg bedurfte es deren auch nicht. Er wußte auch ohnedies, wie vollkommen glücklich Richard ſich fühlte.

Einige Tage ſpäter trat der neue Privat⸗Secretär ſein Amt an. Der Fürſt ſchien zufrieden mit ihm, aͤußerte ſich aber niemals darüber. Erſt als das Probe⸗ Jahr voͤllig verfloſſen war, ſagte er eines Tages zu Georg, der ihm den gewöhnlichen Morgenbeſuch machte: A propos, lieber Geheimerath, ich muß Ihnen noch für meinen Privat⸗Secretär danken. Sie haben mir wirklich einen guten Dienſt durch ſeine Empfehlung ge⸗ leiſtet. Geben Sie ihm doch dies! Es wird ihn ge⸗ wiß freuen, es aus Ihrer Hand zu empfangen.

Georg nahm aus der Hand des Fürſten ein großes Schreiben, und ſprang freudezitternd in ſeinen Wagen, denn es ahnte ihm ſchon, welche frohe Botſchaft er zu uͤberbringen hatte.

Nach Hauſe! Was die Pferde laufen können!« rief er ſeinem Kutſcher zu.

Im Umſehen war er da und oben in Richards Zimmer.

Da lies, ſagte er.

Niicchard las und mit einem Freudenſchrei ſank er an Georgs Bruſt.

Alſo Alles richtig, ſagte Georg.

Ja, mein Freund, ich bin zum geheimen Kabinets⸗ Secretär des Fuͤrſten und zwar in den gnädigſten Aus⸗ drücken ernannt, erwiederte Richard außer ſich vor Entzücken.Dies iſt mehr als damals das große Loos, und dir, mein Freund, verdank ich es!«

Nein, die feſte Anſtellung verdankſt du allein deiner bewährten Pflichttreue! entgegnete der