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Freund.„Ich konnte nichts weiter thun, als dir die Bahn eröffnen, die du ſo wacker betreten und verfolgt haſt. Mir alſo keinen Dank; aber Segen auf das Haupt des Fürſten, unſeres gnädigſten Herrn!«
»„Ja, Gottes reichſter Segen über ihn!« wiederholte Richard voll Begeiſterung. Und keinen treueren Die⸗ ner ſoll er jemals finden, als mich!———«
So hatte denn auch Richard das große Loos des Lebens— nicht gewonnen— ſondern erworben und redlich erarbeitet, wie ſein Freund Georg. Und eben weil es rechtſchaffen— durch Arbeit und Pflichttreue erkämpft worden war, zerrann es nicht in eitel Schaum und Dunſt, wie jener leicht gewonnene Reichthum, deſſen Nichtigkeit Richard aus Erfahrung kennen ge⸗ lernt hatte. Jetzt ruhte ſein Glück auf feſterem Boden! Auf demſelben Felſen ruhte es, auf den auch Georg ſein Glück gegründet, auf dem Felſen: Pflicht. Sie blieb der Leitſtern Beider auch ihr ferneres Leben hin⸗ durch, und aus der gewiſſenhaften Erfüllung derſelben erblühte ihnen die ſchönſte Blume des Lebens: Zu⸗ friedenheit.
Leſer, auch dir blüht dieſe köſtliche Blume! Nicht Macht, nicht Reichthum, nicht Glanz und äußere Ehre öffnen dir ihren duftenden Kelch, der Segnung über dich ausſtrömt,— nur treue Erfüllung deiner Pflicht läßt ſie dich finden. Suche ſie,— und das wahre, das äͤchte Glück wird mit dir ſein.———
SO= So⸗
Druck von C. Hoffmann in Stuttgart.


