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Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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126 wohl, es wird da viel zu arbeiten geben, und der Ge⸗ halt wird kaum mehr als ſechshundert Thaler betragen.«

Herzensbruder, ich bin mit der Hälfte zufrieden, glücklich, überglücklich!« rief Richard;und arbeiten will ich oh, du weißt noch nicht, wie ich arbeiten kann, ſeit ich zur Erkenntniß gekommen bin. Hier meine Hand, Georg, daß ich deiner Empfehlung keine Schande machen werde.

»Ich glaube dir, erwiederte Georg, indem er die Hand des Freundes ergriff und herzlich drückte.Mor⸗ gen mit dem Früheſten fahren wir nach B., und alles Uebrige überlaß ruhig mir.

Gleich nach der Rückkehr in die kleine Reſidenz machte Georg dem Fürſten ſeine Aufwartung, erzählte ihm ohne Hehl und Rückhalt Richards Schickſale, und

empfahl ihn ſchließlich allerhoͤchſter gnädigſter Berück⸗

ſichtigung. Der Fürſt lächelte.

»Sie meinen, ich ſolle Ihren Freund zu meinem Privat⸗Secretär nehmen?« fragte er.

»Ja, Durchlaucht, grade dieß wage ich zu hoffen und zu erbitten, erwiederte Georg in ſeiner offenen Weiſe.

»Hm! Bürgen Sie für ſeinen Fleiß, ſeine Treue und ſeine Kenntniſſe?«.

Ja, Durchlaucht, mit Leib und Leben!« ſagte Georg feurig.Ich kenne ihn er iſt gründlich gebeſſert.«

»Wohlan, weil Sie ihn ſo warm empfehlen, ver⸗ ſuchen wir's auf ein Jahr.

Freudeſtrahlend dankte Georg, und verkündete Ri⸗ chard ſein gutes Glück. Richard konnte ſich der Thrä⸗ nen nicht enthalten, ſo tief erſchütterte ihn die frohe