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großer Thor, Georg, aber ich hoffe, ich habe meinen ganzen Vorrath von wildem Hafer ausgeſäͤet.«
„Aber wenn du noch einmal das große Loos ge⸗ wänneſt, Richard?“
„So würde ich mein Glück gewiß nicht wieder mit Füßen treten. Oh, Georg, warum hörte ich damals nicht auf deine Warnungen! Wie vollkommen glücklich könnte ich jetzt ſein. Aber Klagen helfen nicht! Alſo ſtill davon! Ich muß eben ſehen, wie ich mich durch Fleiß und Ausdauer wieder ein wenig empor arbeite.“
„Nun denn, Richard, ich kann dir die Hand dazu bieten,“ ſagte Georg, nachdem er jetzt die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß ſein alter Freund in der That und in der Wahrheit zur Erkenntniß ſeiner Fehler ge⸗ kommen ſei.»Du erinnerſt dich des Geſchenkes von zehntauſend Thalern, welches du mir nach Gewinnung des großen Looſes machteſt. Dieſe Summe nahm ich nur, um ſie dir zu erhalten. Sie iſt da, und ge⸗ hört dir!“
Richard erröthete.„Nimmermehr!« rief er aus. „Du willſt mich in Verſuchung fuͤhren, Georg! Ich kann dies nicht annehmen.“
„Du wirſt hoffentlich noch mehr annehmen,“ fuhr Georg lächelnd fort.„Du weißt, ich ſtehe in Gnaden bei dem Fürſten, meinem hochverehrten Herrn. Die Stelle eines Privat⸗Secretärs bei ihm iſt erledigt. Ich glaube ſie dir verſprechen zu dürfen, wenn du ſie an⸗ nehmen willſt.«
Richard ſprang vom Sopha auf und ſeine Augen funkelten.„Oh Georg!Das wüͤrde in Wahrheit das große Loos ſein!« rief er bleich vor Erſchütterung aus.
„Vielleicht,« entgegnete Georg.„Aber bedenke


